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Seit drei Jahren leben Oltjana und Albert mit ihrer Tochter Bernarda schon in Deutschland, vor zwei Jahren wurde ihre jüngste Tochter Kaida geboren. DKaffetischie Familie verließ ihr Heimatland Albanien mit der Hoffnung auf faire Arbeitsbedingungen in Deutschland und vor allem gute Bildung für ihre Kinder.

„In Albanien kam mir ein Leben in Deutschland immer wie ein Traum vor“, erzählt Oltjana, „es schien irgendwie unerreichbar.“ Nun haben sie eine eigene Wohnung in einer Flüchtlingsunterkunft, und Bernarda geht seit zwei Jahren in Kassel zur Schule. Auf die Frage, was denn ihr Lieblingsfach sei, antwortet sie: „Es macht alles Spaß. Man kann viel spielen, ich würde am liebsten den ganzen Tag dableiben.“ 

Die erste Zeit nach ihrer Ankunft in Deutschland war für die Familie allerdings nicht einfach. Sie sprachen kein Wort Deutsch und trotzdem mussten Termine gemacht und rechtliche Angelegenheiten geregelt werden. Eine große Hilfe war da das Begegnungscafé im Pavillon der Christuskirche. Hier traf die Familie auf viele hilfsbereite Menschen, die Sprachkurse organisierten oder den Eltern bei der Jobsuche mit Rat und Tat beiseite standen. So entstand nicht nur die Freundschaft mit Frau Klinger-Meske, die die Familie seitdem betreut, sondern auch eine bleibende Verbindung mit der Christuskirche. Ja, sie seien Muslime, erklärt Oltjana, aber das würde sie nicht daran hindern, einen christlichen Gottesdienst oder das Gemeindefest zu besuchen.

Auch sonst hat sich die Familie gut eingelebt. Oltjana besucht montags bis freitags das Sprachcafé für Mütter mit kleinen Kindern. Hier gibt es eine Kinderbetreuung für Kaida, und Oltjana kann weiter Deutsch lernen, was ihr sehr wichtig ist. „Meine Lehrerin sagt, ich lerne schnell, so schnell wie ein ICE“, meint sie und lacht. Albert hat nach zwei Jahren vergeblicher Bewerbungen endlich eine Anstellung als Zeitarbeiter für verschiedene Firmen in Kassel gefunden. „Das ist viel besser als in Albanien“, sagt er, „Ich bekomme mehr Geld und muss mich nicht jeden Morgen fragen: Habe ich heute Arbeit?“ Auch Oltjana arbeitet einmal die Woche für zweieinhalb Stunden als Reinigungskraft. Sie lacht und meint, das sei ihre einzige kinderfreie Zeit in der Woche. Dann ist es Alberts Aufgabe, mit den Mädchen auf den Spielplatz zu gehen.

Bisher hat die Familie allerdings nur eine Duldung für ihren Aufenthalt in Deutschland – ob sie bleiben können, wissen sie nicht. Doch auch hier werden sie von allen Seiten unterstützt, vor allem von Frau Klinger-Meske, die bereits Kontakt mit der Härtefallkommission aufgenommen hat. Doch trotz dieser ungewissen Zukunft haben Albert und Oltjana bereits Pläne gemacht: Wenn die Bestätigung kommt, dass sie bleiben dürfen, wollen sie Kaida im Kindergarten anmelden. Albert will versuchen, eine Arbeit als Maurer zu finden, und Oltjana möchte dann eine Ausbildung zur Altenpflegerin beginnen.

Portrait und Foto: Anne Hamburger

 

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